Stephan Wapenhans ist Schauspieler und Regisseur und seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen des deutschsprachigen Theaters tätig. Seine künstlerische Arbeit verbindet die Erfahrung als Darsteller mit seiner Tätigkeit als Regisseur und Produzent.
Als Schauspieler verfügt Wapenhans über eine vielseitige Bühnenpraxis, die Schauspiel, Musiktheater und Komödie miteinander verbindet. Seine Ausbildung in Schauspiel, Gesang und Tanz legte den Grundstein für eine Laufbahn, in der er unterschiedlichste Figuren und Genres kennenlernen konnte. Engagements und Gastspiele führten ihn an verschiedene Theater im deutschsprachigen Raum, unter anderem nach Österreich und Deutschland.
Die Arbeit als Schauspieler bildet dabei eine wichtige Grundlage für seine spätere und bis heute intensive Tätigkeit als Regisseur. Wapenhans kennt den Theaterprozess aus beiden Perspektiven: Er weiß, was es bedeutet, eine Figur auf der Bühne zu entwickeln, und ebenso, welche Fragen sich aus der Perspektive der Inszenierung stellen. Diese Verbindung prägt seinen Zugang zu Rollen und zu seinen Mitspielerinnen und Mitspielern.
In „Der Abschiedsbrief“ übernimmt Stephan Wapenhans die Rolle des Julien. Die Figur steht im Zentrum einer Geschichte, in der persönliche Beziehungen, Erinnerungen und unausgesprochene Gefühle aufeinandertreffen. Julien bewegt sich dabei in einem Spannungsfeld zwischen dem, was ausgesprochen wird, und dem, was unausgesprochen bleibt. Gerade diese Zwischenräume machen die Rolle zu einer besonderen schauspielerischen Aufgabe.
Wapenhans nähert sich Julien mit seiner langjährigen Bühnenerfahrung und einem ausgeprägten Gespür für Figuren und ihre Beziehungen. Dabei interessiert ihn nicht nur die Oberfläche einer Figur, sondern vor allem die Frage, welche Motive, Erwartungen und Konflikte hinter ihrem Verhalten liegen. Aus kleinen Gesten, Blicken und Reaktionen entsteht so ein Charakter, der sich im Verlauf des Stücks immer weiter erschließt.
Die Rolle des Julien fügt sich zugleich in Wapenhans‘ bisherige künstlerische Arbeit ein. Seine Erfahrung mit Komödie und Boulevardtheater kommt ihm ebenso zugute wie seine Beschäftigung mit ernsteren und emotionalen Stoffen. Er versteht Theater als unmittelbare Begegnung mit dem Publikum – als einen Ort, an dem Humor und Nachdenklichkeit nebeneinander existieren können.
Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler arbeitet Stephan Wapenhans seit vielen Jahren als Regisseur. Er hat zahlreiche Schauspiel- und Musiktheaterproduktionen inszeniert und dabei ein breites Repertoire von Komödien und Klassikern bis hin zu Operetten und zeitgenössischen Stoffen bearbeitet. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine genaue Figurenführung und ein besonderes Augenmerk auf die Beziehungen zwischen den Charakteren aus.
Auch als Produzent und Kulturmanager ist Wapenhans tätig. Er war an der Entwicklung und Umsetzung verschiedener Theaterprojekte beteiligt und verbindet dabei künstlerische Arbeit mit organisatorischem und kulturmanagerischem Know-how. Diese unterschiedlichen Erfahrungen ermöglichen ihm, Theater aus mehreren Perspektiven zu betrachten: als Schauspieler auf der Bühne, als Regisseur im Probenprozess und als Produzent hinter den Kulissen.
Für seine Arbeit als Darsteller ist diese Vielseitigkeit eine besondere Grundlage. Die Erfahrung als Regisseur schärft seinen Blick für Rhythmus, Timing und das Zusammenspiel innerhalb einer Szene. Gleichzeitig bringt die eigene Bühnenerfahrung eine unmittelbare Nähe zur Figur und zum Moment der Aufführung mit.




